Philosophie auf interkultureller Erkundung

Philosophie auf interkultureller Erkundung

Philosophie auf interkultureller Erkundung

Die Philosophie-Kurse der Q2 des Gymnasiums An der Stenner haben am 13.02.2025 im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum einen spannenden Vormittag zum Thema soziale Identität, Tod und Jenseits verbracht.

Unter der Leitung von zwei sehr engagierten Museumsführern haben wir viel über die vielfältigen Bedeutungen von sozialer Identität und den Umgang mit Tod und Jenseits in verschiedenen Kulturen gelernt.

Wer bin ich, und wie zeige ich meine Gruppenzugehörigkeit?

Bei der ersten Führung zum Thema soziale Identität wurde uns eindrücklich vor Augen geführt, wie Menschen in unterschiedlichen Gesellschaften ihre Identität durch äußere Merkmale wie Kleidung und Schmuck zum Ausdruck bringen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel waren die Tätowierungen der Maori, die die Familiengeschichte des Trägers erzählten. Die Tätowierungen sind nicht nur ein Ausdruck der persönlichen Identität, sondern spiegeln auch den sozialen Status wider. Anhand der Tätowierungen lässt sich erkennen, wie lange eine Person bereits zur Gemeinschaft gehört, welche Erfahrungen sie gesammelt hat und welche Bedeutung sie innerhalb des Stammes hat. Während jüngere Mitglieder oft noch wenige Tätowierungen tragen, symbolisieren umfangreichere Muster ein erfülltes Leben.

Ein weiteres Beispiel für die Darstellung des sozialen Status durch materielle Kultur gab es bei den Hawaiianern. Dort besaßen die Könige spezielle Federumhänge, die aus den Federn seltener Vögel gefertigt wurden. Diese prächtigen Umhänge in leuchtendem Rot und Gelb waren ausschließlich den Königen vorbehalten und unterstrichen ihre herausragende Stellung innerhalb der Gesellschaft. Solche Objekte sind nicht nur von großer kultureller Bedeutung, sondern illustrieren auch eindrucksvoll, wie in vielen Kulturen der Status einer Person durch Kleidung und Schmuck nach außen sichtbar gemacht wurde.

Wie gehe ich im Hier und Jetzt mit dem Dort und Später um?

Die zweite Führung zum Thema Tod und Jenseits war ebenso aufschlussreich. Wir haben verschiedene Bestattungsrituale kennengelernt und herausgefunden, wie kulturelle und soziale Hintergründe die Vorstellungen vom Tod und dem Jenseits prägen. Dabei wurde deutlich, dass der Tod in einigen Kulturen als Teil des Lebenszyklus gesehen wird, während er in anderen mit aufwendigen Ritualen begangen wird, um den Status des Verstorbenen hervorzuheben.

Besonders eindrucksvoll war das Ritual aus Indonesien, bei dem die Menschen an die Existenz zweier Seelen glauben. Nach dem ersten Begräbnis werden die sterblichen Überreste zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgegraben, gesäubert und feierlich geehrt. Dieses Ritual symbolisiert die enge Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen. Einmal im Jahr, am 1. November veranstalten die Familien ein großes Fest für die Verstorbenen. Dabei glauben die Menschen, dass die Seelen der Verstorbenen an diesem Tag zur Erde zurückkehren und gemeinsam mit ihren Nachfahren feiern.

Brauche ich als Mensch die anderen?

Ein wichtiger Aspekt beider Führungen war die Bedeutung von Solidarität innerhalb der Gemeinschaften. In vielen Kulturen werden durch gemeinschaftliche Rituale und Trauerfeiern die Zusammengehörigkeit und der Zusammenhalt gestärkt. Diese gemeinsamen Erfahrungen helfen nicht nur den Hinterbliebenen, den Verlust zu verarbeiten, sondern prägen auch die soziale Identität des Einzelnen.

Zusammenfassend war der Ausflug eine bereichernde Erfahrung, die unser Verständnis von sozialen Identitäten sowie von Tod und Jenseits und deren kulturellen Hintergründen erweitert hat. Wir sind dankbar für die Gelegenheit, in einem solchen inspirierenden Umfeld zu lernen und zu reflektieren.

Autorinnen: Ruayda Chibani (Q2), Amina Khaddari (Q2) und Ilham Khaddari (Q2)